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Das Leben in der Wolke

Datum: 17. Juni 2010
Bericht von: MC OWL Bielefeld

Kay Oberbeck, Google, und das spannende Thema "Der Einfluss des Internet auf Konsum und Kommunikation" sorgten bei der Gemeinschaftsveranstaltung von IHC und Marketing-Club OWL Bielefeld e. V. im Casino der Goldbeck-Gruppe für anregende Diskussionen.
Gemeinschaftsveranstaltung IHC und MC (v.l.): Marcus Graf von Oeynhausen-Sierstorpff, IHC-Präsidium, Referent Kay Oberbeck, Google, Susanne Schaefer-Dieterle, MC-Vorstandsmitglied, Prof. Dr. Uwe Rössler, Präsident des Marketing-Clubs OWL Bielefeld.

Bielefeld (14. Juni 2010) Google hört zu und Google entschuldigt sich. Kay Oberbeck hat kein Problem damit, Fehler einzugestehen. Seit 2006 ist der Diplom-Kaufmann (43) Unternehmenssprecher sowie Leiter Presse- und Öffentlichkeitsarbeit von Google in Deutschland, Österreich und in der Schweiz. Die letzten Wochen waren für ihn nicht gerade vergnügungssteuerpflichtig.

In Deutschland gab es erregte öffentliche Debatten um den Missbrauch von WLAN-Daten, um das Projekt Street View und die Google-Fahrzeugflotte, um „Schnüffeln mit Google“ oder Google als größtem „Cyber-Geheimdienst der Welt“, um Google als „Weltmacht“. Kay Oberbeck lässt diese Kritik nicht kalt, er versteht das Unbehagen, das eine Zuhörerin ganz eindringlich formulierte.

Die Region OWL kennt Oberbeck aus seiner Zeit beim Bertelsmann-Unternehmen Lycos. Zuvor hat er Information und Öffentlichkeitsarbeit in der Axel Springer AG betrieben. Bei der Gemeinschaftsveranstaltung des IHC und des Marketing-Clubs OWL Bielefeld im Casino der Goldbeck-Gruppe ging es zunächst einmal um viele Informationen. „Der Einfluss des Internet auf Konsum und Kommunikation“ war das Thema des Abends, zu dem sich mehr als 200 Mitglieder der beiden Clubs eingefunden hatten.

Der Referent warf überaus beeindruckende Zahlen in den Raum. Diese machten sehr schnell deutlich, dass sich das Informationsverhalten der Menschen in weniger als zehn Jahren fundamental verändert hat. Die klassischen Medien stehen weiter unter Druck. Nicht nur junge Menschen sind online, allein in Deutschland sind 50 Millionen im Internet unterwegs. Auf der ganzen Welt gibt es weit mehr als 4 Milliarden Handys. 28 Prozent der Europäer sehen regelmäßig Online-Videos. Allein bei YouTube werden pro Minute 24 Stunden Videomaterial hochgeladen. Facebook hat 400 Millionen aktive Nutzer.

Und die Entwicklung geht weiter, die mobile Kommunikation steht erst am Anfang. Navigationsdienste werden immer attraktiver, die Vorteile der Visualisierung lassen noch viel Spielraum für kreative Entwicklungen. Echzeit-Suche und Echtzeit-Übersetzung sind keine Zukunftsmusik mehr, sondern brauchen lediglich noch eine Verbesserung an Funktionalität und Bequemlichkeit.

Das „Leben in der Wolke“, die Verlagerung von Daten vom eigenen Rechner in riesige, auf der ganzen Welt verteilte Datenzentren, auf die über das Internet zugegriffen werden kann, wird ungeahnte Produkte und Dienstleistungen hervorbringen – nicht erst in zehn Jahren, sondern in sehr viel kürzeren Zeiträumen. Eine Personalisierung von werblichen Botschaften ist längst möglich. Und der Käufer von heute geht erst ins Netz und informiert sich grundlegend – oder ist vielleicht sogar am Point-of-Sale noch mit dem Handy online, um zu schauen, ob er das gewählte Produkt nicht doch irgendwo preiswerter bekommen kann. Für stationäre Händler ein riesiges Problem.

Mit einem Einblick in die „Denke“ und Arbeitsweise von Google schloss der Referent einen äußerst informativen Vortrag, der nur einen Nachteil hatte: Die Fülle der Informationen, viele auch technischer Natur, konnte in der kurzen Zeit gar nicht verarbeitet werden, der Ruf nach Fortsetzung wurde laut. Umso intensiver waren die Diskussionen im Nachgang zur offiziellen Veranstaltung. IHC und MC bedanken sich bei der Goldbeck-Gruppe, die der Diskussion bei gesponserten Getränken und einem Imbiss eine äußerst angenehme Plattform bot.